Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion: Gestalt und Logik des Imperialkrieges

Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion: Gestalt und Logik des Imperialkrieges

by Dierk Walter
Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion: Gestalt und Logik des Imperialkrieges

Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion: Gestalt und Logik des Imperialkrieges

by Dierk Walter

eBook

$28.99 

Available on Compatible NOOK devices, the free NOOK App and in My Digital Library.
WANT A NOOK?  Explore Now

Related collections and offers

LEND ME® See Details

Overview

Die aktuellen Interventionen westlicher Mächte in Drittweltländern haben vieles gemeinsam mit den unzähligen Gewaltkonflikten an der Peripherie seit der Eroberung Amerikas im 16. Jahrhundert. Wie ihre Vorgänger sind die modernen Imperialkriege vor allem von den Gegebenheiten des Raums und der ausgeprägten Asymmetrie von Militärorganisation, Ressourcen, Kriegführungsstilen und Gewaltkulturen der Konfliktparteien geprägt. Sie sind im Kern lokale Bürgerkriege, in denen die westlichen Mächte nur ein dominanter Machtfaktor unter vielen sind. Sie haben keine klaren Fronten, keinen Anfang und kein Ende. Regeln zur Gewalteinhegung spielen nur eine geringe Rolle. Die westliche Militärmaschinerie erweist sich auch heute noch als unfähig, einen politischen Konflikt militärisch zu entscheiden, einen Gegner zur Schlacht zu stellen, der keinen Grund hat, sie anzunehmen, und sich auf Guerillakrieg und Terrorismus verlässt. Den Preis zahlt letztlich, früher wie heute, die Bevölkerung vor Ort. Dierk Walter unternimmt erstmals den Versuch, die Logik der Gewaltkonflikte im Rahmen der europäischen Expansion schlüssig zu erklären. Er untersucht Konfliktmuster, die Bedingungen der Gewaltentgrenzung und die Dynamik des Zusammenstoßes gegensätzlicher Gewaltkulturen. Dabei werden Parallelen zwischen verschiedenen Imperien und Kontinuitäten über die Epochengrenzen hinweg deutlich, die eines ganz klarmachen: Die jüngsten Militäreinsätze westlicher Streitkräfte in Drittweltländern wie Afghanistan, Irak oder Mali sind keine "neuen Kriege". Vielmehr stehen sie in einer 500‑jährigen Tradition transkultureller Gewaltkonflikte unter den spezifischen Bedingungen der "kolonialen Situation".

Product Details

ISBN-13: 9783868546309
Publisher: Hamburger Edition HIS
Publication date: 09/17/2014
Sold by: Bookwire
Format: eBook
Pages: 414
File size: 1 MB
Language: German

About the Author

Dierk Walter, PD Dr. phil., Historiker; seit 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und seit 2005 Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg; im Wintersemester 2012/2013 Vertretung der Professur für Neuere und Neueste Geschichte am Historischen Institut der Universität zu Köln. 1995 bis 2001 war er Assistent für Neueste allgemeine Geschichte am Historischen Institut der Universität Bern, wo er 2001 promoviert und 2008 habilitiert wurde und seitdem als Privatdozent lehrt.

Table of Contents

Einleitung 1. Krieg an der Peripherie Raum Logistik und Mobilität Die Gegner der Imperien Die Macht der Imperien Die Grenzen der Machtprojektion Truppenzahlen, Bevölkerung und Raum Raumbeherrschung Grauzonen Entscheidung um jeden Preis Kooperation Politische Kriegführung Fazit 2. Ziele und Legitimationen Begrenzte Ziele Strafexpeditionen Gehorsamserzwingung Regimewechsel Unterwerfung Raub und Zerstörung Totale Kriegsziele Opportunismus Indigene Motive Fazit 3. Grenzüberschreitungen Krieg ohne Regeln Militärische Notwendigkeit Härte und Entschlossenheit Kulturdistanz "Indianerland" Vergeltungsdiskurse Gewalttraditionen Institutionelle Dynamiken Ausnahmezustände Fazit 4. Asymmetrie, Anpassung und Lernen Streitkräfte Taktik Technik Festungen Seekrieg Luftkrieg Gewaltkulturen im Konflikt Wissen und Ignoranz Lernen Fazit Schluss Danksagung Anmerkungen Literaturverzeichnis
From the B&N Reads Blog

Customer Reviews